Futterumstellung beim Hund: Schritt für Schritt in 7–10 Tagen
Ein abrupter Futterwechsel ist die häufigste vermeidbare Ursache für Durchfall beim Hund. Die Darmflora ist auf das gewohnte Futter eingespielt – bekommt sie von heute auf morgen eine völlig andere Zusammensetzung, reagieren viele Hunde mit Durchfall, Blähungen oder Appetitlosigkeit. Die Lösung ist simpel: langsam mischen statt hart wechseln.
Der bewährte Mischplan (7–10 Tage)
Mische das neue Futter in steigendem Anteil unter das gewohnte:
| Tage | Neues Futter | Altes Futter |
|---|---|---|
| Tag 1–2 | ca. 25 % | ca. 75 % |
| Tag 3–4 | ca. 50 % | ca. 50 % |
| Tag 5–6 | ca. 75 % | ca. 25 % |
| ab Tag 7 | 100 % | – |
Verträgt dein Hund einen Schritt nicht (weicher Kot, Blähungen), bleib zwei bis drei Tage auf der aktuellen Stufe, bevor du weiter erhöhst. Der Plan darf sich strecken – er darf sich nur nicht überschlagen.
Für empfindliche Hunde: 10–14 Tage
Rassen mit sensibler Verdauung – etwa Deutscher Schäferhund, Boxer oder Französische Bulldogge – brauchen oft länger. Starte hier mit einem noch kleineren Anteil (10–15 %) und nimm dir 10–14 Tage Zeit. Auch nach Magen-Darm-Erkrankungen oder bei Welpen gilt: lieber langsamer.
Worauf du während der Umstellung achten solltest
- Kot beobachten: weicher Kot in den ersten Tagen ist normal, anhaltender Durchfall nicht.
- Leckerlis pausieren: während der Umstellung keine neuen Snacks oder Kausnacks einführen – sonst weißt du bei Problemen nicht, woran es lag.
- Wasser bereitstellen: besonders beim Wechsel von Nass- auf Trockenfutter trinkt der Hund mehr.
- Menge im Blick behalten: neues Futter hat oft eine andere Energiedichte – die Tagesration laut Verpackung neu berechnen, unser Futterrechner hilft dabei.
Wann zum Tierarzt?
Hält Durchfall länger als zwei bis drei Tage an, kommt Erbrechen, Fieber oder Apathie dazu, oder verweigert der Hund das Futter komplett – dann bitte tierärztlich abklären lassen, statt weiter zu experimentieren. Das gilt besonders für Welpen und Senioren.
Häufige Fragen
Kann ich einfach die Sorte innerhalb derselben Marke wechseln? Auch dann lieber mischen – entscheidend ist nicht der Markenname, sondern die Zusammensetzung (Proteinquelle, Fett- und Fasergehalt). Je ähnlicher die Rezeptur, desto schneller darf der Wechsel gehen.
Mein Hund verweigert das neue Futter – was tun? Nicht hungern lassen und nicht mit Leckerlis „nachbessern“. Zurück zur letzten akzeptierten Mischstufe, ein paar Tage halten, dann langsamer steigern. Bleibt die Verweigerung, passt die Sorte womöglich schlicht nicht.
Gilt der Plan auch für Katzen? Das Prinzip ja, aber Katzen sind bei Futterwechseln deutlich eigenwilliger und dürfen nicht über längere Zeit hungern. Bei Katzen die Umstellung eher über zwei bis drei Wochen strecken.